
Es gibt seltene Mercedes-Benz, und dann gibt es die Phantomfahrzeuge, Autos, über die in den Hallen von Oldtimersalons nur getuschelt wird, die man aber selten zu Gesicht bekommt. Der R129 SL73 ist ganz eindeutig Letzteres. Mit der kolossalen 7,3-Liter-Version des M120-V12 – genau dem schlagenden Herzen, das sich Horacio Pagani später für seinen Zonda ausleihen sollte – repräsentiert dieses Exemplar aus dem Jahr 1999 den absoluten Zenit der R129-Generation.
Als engagierter Kenner der Geschichte von Affalterbach kann ich bestätigen, dass die Provenienz eines SL73 alles ist. Einem im Dossier enthaltenen deutschsprachigen Brief vom Juli 2024 zufolge wurde dieses Fahrgestell ursprünglich als SL600 geboren, bevor es zu AMG beordert wurde. Dort wurde er mit dem M120-7,3-Liter-Motor und dessen maßgeschneiderter Abgasanlage, der unverwechselbaren AMG-Karosserie untenherum, einem 300 km/h schnellen AMG-Tachometer, einem geformten AMG-Lenkrad und versetzten 18-Zoll-Leichtmetallrädern transformiert.
Ursprünglich für den europäischen Markt gebaut, verbrachte dieser SL73 einen sehr geschätzten Teil seines Lebens in Japan, einem Markt, der für seine obsessive Pflege erstklassiger deutscher Automobile bekannt ist. Er wurde 2024 gekauft und nach Deutschland reimportiert.

Der 7,3-Liter-M120-V12 leitet seine Kraft über ein Fünfgang-Automatikgetriebe an die Hinterräder weiter. Die Ewald Menke GmbH, Mercedes-Benz in Lohne, Deutschland, führte im August 2024 einen A-Service durch.



Das mit Leder und Holz verkleidete Lenkrad sitzt vor einem 1999 eingebauten 300-km/h-AMG-Tachometer.

Die viersitzige Kabine verfügt über beheizbare, elektrisch verstellbare und multikonturierte Vordersitze in schwarzem Nappa-Leder, während Kastanienholz die Türverkleidungen, die Mittelkonsole, die Armlehne und den Schaltknauf akzentuiert. Das Linkslenker-Interieur ist mit einer Klimaautomatik, einem Tempomat, einer Sitzmemory-Funktion, einem ausklappbaren Überrollbügel und einer Stereoanlage ausgestattet.

Auf modularen 18-Zoll-AMG-Rädern sind Michelin Pilot Sport-Reifen in der Dimension 245/40 vorne und 275/35 hinten mit Produktionscodes aus dem Jahr 2007 montiert. Zur Serienausstattung gehörten das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) und ein adaptives Dämpfungssystem (ADS) mit automatischer Niveauregulierung an allen Rädern. Die Bremsleistung wird durch Scheibenbremsen rundum mit ABS erbracht.

Das Auto verließ das Werk in Brillantsilber Metallic (744) und verfügt über ein elektrisch betätigtes schwarzes Verdeck sowie ein abnehmbares Panorama-Hardtop mit getönten Heckscheiben. Zu den weiteren Details gehören ein Heckdeckelflügel, Xenon-Scheinwerfer, Scheinwerferwischer, V12-Kotflügelembleme und SL73-AMG-Heckdeckelembleme. Lackdichtemessungen sind in der Galerie zu sehen. Die Verdeckfenster sind von der Sonne ausgeblichen.

AMG-Echtheitszertifikat
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