1984 Nürburgring Niki Lauda Mercedes-Benz 190E 2.3-16

1984 190E 2.3-16 Cosworth · Mina Al Arab, Vereinigte Arabische Emirate

Steckplatz 023

Das ultimative Treffen des F1-Adels
Am 12. Mai 1984 inszenierte Mercedes-Benz das, was bis heute als die größte Versammlung von Formel-1-Weltmeistern in der Geschichte des Motorsports gilt. Das als “Nürburgring Champions-Cup’ bezeichnete, über 12 Runden gefahrene Schaurennen diente einem doppelten Zweck: der Einweihung der neu gestalteten Nürburgring-Grand-Prix-Strecke und der Premiere der neuesten Sportlimousine der Marke, dem 190 E 2.3-16. Mit dem legendären Juan Manuel Fangio als Zeremonienmeister war das 20 Fahrzeuge starke Startfeld ein ”Who's who“ des Rennsports, bei dem neun der zwölf noch lebenden F1-Titelträger neben einer Mischung aus aktiven Grand-Prix-Fahrern und lokalen Streckenexperten an den Start gingen.

Rivalen im Werden
Während die Fahrer das Event zunächst als unbeschwerte Werbeveranstaltung ansahen, bot die Startaufstellung den Zündstoff für einen explosiven Wettkampf. Unter den Teilnehmern war McLarens Alain Prost, ein etablierter Star mit 11 Siegen auf seinem Konto, und sein Teamkollege Niki Lauda, bereits zweifach Weltmeister. Keiner der beiden Männer ahnte, dass sie dazu bestimmt waren, sich einen erbitterten Kampf bis zur letzten Sekunde um die F1-Weltmeisterschaft 1984 zu liefern, die Lauda schließlich mit verheerenden halben Punkten Vorsprung vor Prost stehlen sollte.

Ebenfalls mit von der Partie war ein praktisch unbekannter, furchtloser Neuling namens Ayrton Senna, der ironischerweise nur eine Woche zuvor die Qualifikation für den Großen Preis von San Marino verpasst hatte. Vor diesem Wochenende waren Prost und Senna Fremde; am Ende des Rennens sollten die Keime der erbittertsten Rivalität des Motorsports gesät sein.

Der Sport-Technik 190 E 2.3-16s
Zur Vorbereitung auf das Rennen nahm Gerhard Lepler von Mercedes-Benz Sport-Technik 21 Einheiten des neuen 190 E 2.3-16 direkt vom Band. Sie wurden systematisch zu Rennstreckenfahrzeugen umgebaut. Zu den Modifikationen gehörten eingeschraubte Überrollkäfige, überarbeitete Fahrwerke, verbesserte Abgasanlagen, Vier-Kolben-Bremsen an der Vorderachse, Pirelli-Slicks, doppelte Recaro-Sitze mit Sechspunktgurten und eine kürzere Achsübersetzung von 4,08. Interessanterweise zeigen zeitgenössische Unterlagen, dass diese 21 Ausstellungsfahrzeuge mit anderen Motoren ausgestattet waren als in ihren originalen Werksdatenblättern angegeben.

Das durchnässte Duell
Als die grüne Flagge bei nassen Bedingungen fiel, verflog die gelassene Atmosphäre sofort. Prost startete von der Pole-Position, wurde aber in der ersten Runde von Elio de Angelis von hinten gerammt. Bis zur dritten Runde machte der Rookie Senna auf sich aufmerksam und führte ein gnadenlos aggressives Manöver aus, das Prost von der Strecke zwang und Senna die Führung einbrachte. In den letzten acht Runden lieferten sich Senna und der Routinier Lauda einen spektakulären Zweikampf. Sie wechselten mehrfach die Führung, bevor sich der junge Brasilianer schließlich absetzte und die Ziellinie nur 1,58 Sekunden vor dem Österreicher überquerte.

Die überlebenden Artefakte
Als sich der Werbetrubel gelegt hatte, nahm Mercedes-Benz 19 der 21 Autos, versetzte sie wieder in den serienmäßigen Werkszustand und verkaufte sie an VIPs und Händler. Nur die beiden siegreichen Fahrzeuge auf dem Podest, gefahren von Senna und Lauda, wurden in ihren exakten Rennkonfigurationen erhalten. Da Sennas siegreiches Fahrgestell seit dem ersten Tag im Mercedes-Benz Museum verschlossen ist, stellt das Lauda-Auto den einzigen im Original-Renndustand befindlichen Überlebenden in Privatbesitz dar.

Die Provenienz des Lauda-Chassis
Die historische Dokumentation zu Laudas Auto ist tadellos. Im April 1984 erstmals von Mercedes-Benz unter dem Kennzeichen “S-HH-7837” zugelassen, wurde er im Februar 1985 an den Modeerben Jochen Holy verkauft. Nach einer kurzen sechsmonatigen Zwischenstation ging er an einen Enthusiasten in Mannheim über, bevor er schließlich die Grenze zu einem Sammler in Wien überquerte.

In einem äußerst ergreifenden Moment im Oktober 2016 wurde Niki Lauda ein letztes Mal mit seinem Rennwagen von 1984 zusammengeführtt, wobei er seine Unterschrift auf dessen Dach hinterließ. Im darauffolgenden Jahr unterzog Mercedes-Benz Classic in Stuttgart das Fahrzeug einer akribischen, von Grund auf neuen Instandsetzung, bevor es 2018 von der Iseli Collection erworben wurde.

Im September 2019 ermöglichte The Iseli Collection ein Wiedersehen zwischen den Autos von Lauda und Senna im Mercedes-Benz-Depot in Sindelfingen. Lauda sollte zwar an dem historischen Fotoshooting teilnehmen, verstarb jedoch tragischerweise nur wenige Monate zuvor. Heute wird diese außergewöhnliche Maschine als Kronjuwel der Tourenwagen-Geschichte gefeiert, die von großen Automobil-Medien wie evo und Petrolicious stark in den Fokus gerückt und von Mercedes-Benz Classic zusammen mit Sennas Siegerfahrzeug ausgestellt wurde.

DATEI / FEATURE.VIDEO
DATEI / BUILD.LOG, CHRONOLOGISCH

Build-Protokoll2 Einträge

2026
11. Sept. 2026

Niki Lauda hat 2016 sogar das Dach unterschrieben.

11. Sept. 2026

Niki Lauda in Führung beim Race of Champions 1984 auf dem Nürburgring.

AKTE / AUFNAHME.2026

Dein Auto gehört in dieses Register. 474 der 500 Gründungsplätze sind noch offen, nummeriert in der Reihenfolge der Aufnahme.

Kostenlos, ohne Kreditkarte. Deine eigenen Fotos, deine ehrliche Beschreibung, vor der Veröffentlichung geprüft. Nur für die Stadt, und deine E-Mail-Adresse wird niemals angezeigt.

Sichere dir einen Gründungsplatz
Datei / Diskussion, öffnen

Noch keine Einträge. Frage nach dem Aufbau, den Teilen oder der Handlung: Der erste Kommentar eröffnet die Diskussion zu dieser Datei.

Zur Diskussion beitragen

Verweis

Ähnliche Builds.

Alle Builds anzeigen →